Frage: Ist das „Brennen in der Brust” ein verlässlicher Weg, um die Wahrheit zu ermitteln?

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Frage: Ist das „Brennen in der Brust” ein verlässlicher Weg, um die Wahrheit zu ermitteln?

Kritiker klagen, dass der HLT-Appell an die Offenbarung oder an das „Brennen in der Brust” subjektiv ist und deshalb unzuverlässig ist und anfällig macht für Selbsttäuschung. Konfessionskritiker äußern sich oft herablassend über Aufforderungen zu spiritueller Erfahrung, und setzen sie gleich mit einer warmen Verschwommenheit oder nicht mehr als das, „was beim Sehen eines Hollywoodfilms empfunden wird”.


„Und sie sagten zueinander: Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss?'
(Lukas 24:32)

„Heiß wurde mir das Herz in der Brust, bei meinem Grübeln entbrannte ein Feuer; da musste ich reden.
(Psalm 39:4)

„Aber siehe, ich sage dir: Du mußt es mit deinem Verstand durcharbeiten; dann mußt du mich fragen, ob es recht ist, und wenn es recht ist, werde ich machen, daß dein Herz in dir brennt; darum wirst du fühlen, daß es recht ist..
(LuB 9:8)

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Konfessionskritiker widersprüchlich

Es ist sonderbar, dass Konfessionskritiker sich nicht auf das „Brennen in der Brust” berufen.

Nachdem Jesus auferstanden war, ging er mit zwei seiner Nachfolger die Straße entlang nach Emmaus. Sie gewahrten nicht, dass es Jesus war, doch sie hörten ihm zu. „Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht.” (Lukas 24:27).

Nachdem er mit ihnen das Brot gebrochen hatte, gingen ihnen die Augen auf und sie erkannten ihn; dann sahen sie ihn nicht mehr.

Interessanterweise sagten sie nicht; „wie wissen, dass es Jesus war wegen seiner Lehren in der Schrift.” Sondern sie sagten:

Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss? (Lukas 24:32)

Würden die Kritiker das Zeugnis der Nachfolger Christi ebenfalls ablehnen, weil es „ein Brennen in der Brust” war? Würden sie diese Erfahrung als bloßen emotionalen Sturm wie durch einen Hollywoodfilm abstempeln?

Missverständnis oder Falschdarstellung?

Die Kritiker verstehen die Erfahrung einer HLT-Offenbarungserfahrung in fundamentaler Weise falsch, oder sie stellen sie unrichtig dar, wenn sie denken, sie sei ausschließlich oder hauptsächlich „gefühlsbetont”. Das vereinte Zeugnis von Herz und Verstand ist der Schlüssel der HLT-Lehre.

Die spirituelle HLT-Erfahrung hat viel — oder mehr — intellektuellen Inhalt als Gefühle der Friedens oder der Freude. Oliver Cowdery erhielt folgende Offenbarung durch Joseph Smith, und es spielt auf die vorherige Offenbarung an, die Oliver privat gegeben wurde.

Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn du ein weiteres Zeugnis begehrst, dann denke in deinem Sinn an die Nacht, da du im Herzen zu mir geschrien hast und wissen wolltest, ob diese Dinge wahr seien.
Habe ich deinem Sinn nicht Frieden in dieser Angelegenheit zugesprochen? Welch größeres Zeugnis kannst du haben als von Gott? (LuB 6:22-23).

Bemerken Sie die Information, dass der „Sinn” angesprochen wird und dann der Frieden folgt.

Und die Antwort für spätere Bedenken ist nicht der Verlass auf ein Gefühl, sondern eine Mahnung sich an Informationen zu erinnern, die bereits gegeben worden sind.

Das passt zusammen mit dem Offenbarungsmuster, das Oliver später gegeben wurde:

Siehe, du hast es nicht verstanden; du hast gemeint, ich würde es dir geben, obschon du dir keine Gedanken gemacht hast, außer mich zu bitten.
Aber siehe, ich sage dir: Du mußt es mit deinem Verstand durcharbeiten; dann mußt du mich fragen, ob es recht ist, und wenn es recht ist, werde ich machen, daß dein Herz in dir brennt, darum wirst du fühlen, daß es recht ist.
Wenn es aber nicht recht ist, wirst du keine solchen Gefühle haben, sondern du wirst eine Gedankenstarre haben, die dich das vergessen lassen wird, was falsch ist. (LuB 9:7–9).

Nochmals, wesentlich ist das vereinte Zeugnis von Herz und Intellekt. Wenn beides nicht übereinstimmt, dann hat die Offenbarung nicht die zu prüfende Angelegenheit bestätigt. Wer sich ausschließlich auf ein „Gefühl” verlässt, versteht oder folgt der HLT-Lehre in dieser Angelegenheit nicht.

Zwar werden viele Mitglieder darüber sprechen, was sie „fühlten”, als sie beteten. Es ist jedoch ein prinzipielles Missverständnis, wenn wir annehmen (wie es feindliche Kritiker häufig tun), dass dieses Gespräch über das „Gefühl” einfach — oder nur oder in erster Linie — „Emotion” HLT-Mitglieder sind gewissermaßen gehindert, weil es kein gutes Wort dafür gibt für das was passiert, das nicht weltliche Nebenbedeutungen hat, welche Kritiker missinterpretieren können, wenn sie sie wählen.

Hugh Nibleys Beschreibung des Kirtikers ist treffend:

„Er kann sich nicht vorstellen, wie jemand möglicherweise Wissen erlangen könne durch andere Methoden als die seinen. Er kann nicht glauben, dass ein anderer Mensch eine Erfahrung gemacht hat, die ihm versagt blieb. „Ich hatte noch nie eine Vision”, sagt der Skeptiker, „darum hatte auch Joseph Smith nie eine. Ich habe Dinge im Traum gesehen [oder hatte Erfahrungen, die mein Gemüt bewegten], darum will ich ihm soviel zugeben.”[1]

Frühe Christen haben das „Brennen in der Brust” ähnlich erfahren. Justin der Märtyrer schrieb in seinem Buch Dialog mit Trypho über seine Bekehrung, dass er ein Philosoph war, bis er einen alten Mann traf, als er ihm die Hebräischen Propheten vorstellte, „eine Flamme sein Herz entzündete” und er befand „diese Philosophie (Christentum) allein sicher und nützlich.” [2]

In Hirte von Hermas, was einmal für Heilige Schrift gegolten hat ist zu lesen:

„Da sind zwei Engel mit einem Mann. Der eine fuer Rechtschaffenheit, der andere fuer Ungerechtigkeit. Der Engel der Rechtschaffenheit ist freundlich und bescheiden, demuetig und friedfertig. Wenn in dein Herz hinabsteigt,spricht er zu deiner Rechtschaffenheit, Reinheit, Keuschheit, Zufriedenheit, und jede andere gerechte Tat und gloreichen guten Werte. Wenn all diese Dinge in dein Herz kommen, so wisse, der Engel der Rechtschaffenheit ist mit dir.” [3]


Elder Dallin H. Oaks verdeutlichte die HLT-Position über Offenbarung und made „Brennen in der Brust”:

Was bedeutet ein „Brennen in der Brust”? Muss das ein Gefuehl von reeller Hitze sein, so wie die Hitze eines Feuers? Wenn es das bedeutet, dann hatte ich nie ein Brennen in der Brust. Gewiss beschreibt das Wort „Brennen” in dieser Inschrift ein Gefühl von Geborgenheit und Ruhe. Das ist das, was viele dabei erleben. so funktioniert Offenbarung. [4]

Schließlich vertrauen wir auf den Herrn, uns die Wahrheit zu offenbaren, wie die Bibel uns anleitet:

Mit ganzem Herzen vertrau auf den Herrn, bau nicht auf eigene Klugheit; 6 such ihn zu erkennen auf all deinen Wegen, dann ebnet er selbst deine Pfade. (Sprichwörter 3:5-6)

Endnoten

  1. Hugh W. Nibley, The World and the Prophets, 3rd edition, (Vol. 3 of Collected Works of Hugh Nibley), edited by John W. Welch, Gary P. Gillum, and Don E. Norton, (Salt Lake City, Utah : Deseret Book Company ; Provo, Utah : Foundation for Ancient Research and Mormon Studies, 1987), 31. ISBN 087579078X.
  2. Dialogue with Trypho 8, Ante-Nicene Fathers 1:198
  3. Shepard of Hermas, Ante-Nicene Fathers 2:24
  4. Dallin H. Oaks, "Teaching and Learning by the Spirit," Ensign (March 1997): 14. Link