Gnade und Werke/Nennt nicht Jesaja unsere Rechtschaffenheit ein „schmutziges Kleid“?

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Nennt nicht Jesaja unsere Rechtschaffenheit ein „schmutziges Kleid”?


Dies ist ein Kapitel aus Steven R. Gibsons Buch „Schnelle Antworten auf Fragen von Antimormonen”, deutsche Übersetzung erschienen bei LDS BOOKS, Bad Reichenhall, 2005, ISBN 3-934347-29-0 und eine Übersetzung dieser Seiten.

englischer Artikel

Heilige der Letzten Tage legen großen Wert auf Rechtschaffenheit. Doch Jesaja nannte unsere Rechtschaffenheit ein „schmutziges Kleid”.

Quellen der Kritik

Es stimmt, dass der Prophet in Jesaja 64:5 diese Aussage über die Rechtschaffenheit Israels macht, indem er sagt: „Wie unreine (Menschen) sind wir alle geworden, unsere ganze Gerechtigkeit ist wie ein schmutziges Kleid.” Untersuchen wir zwei Gedanken in Bezug auf die Bedeutung dieser Aussage.

Erstens, verglichen mit der Rechtschaffenheit des Herrn ist unsere Rechtschaffenheit wie ein Nichts. Wie Paulus es ausgedrückt hat: „wie es in der Schrift heißt: Es gibt keinen, der gerecht ist, auch nicht einen,” (Römer 3:10) und er sagte, „alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren.” (Römer 3:23). Zweitens werden wir wahrhaft rechtschaffen nicht durch unsere eigene Rechtschaffenheit, sondern durch die Rechtschaffenheit Christi. Um daher christusähnlicher zu werden, müssen wir an der göttlichen Natur Christi und an seiner Rechtschaffenheit teilhaben (2. Petrus 1:4). Jemand sagte einmal: „Es gibt eine Rechtschaffenheit der Menschen und eine Rechtschaffenheit Gottes. Gewiss bezog sich Jesaja auf die Rechtschaffenheit der Menschen und die ist wirklich wie ein schmutziges Kleid.

Der Herr hat aber wiederholt gelehrt, dass wir seine Gnade nicht ohne unsere eigenen rechtschaffenen Bemühungen erlangen können. Unser Erlöser sagte uns: „Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.” (Matthäus 6:33). Er sagte seinen Anhängern, dass ihre Rechtschaffenheit die Rechtschaffenheit der Schriftgelehrten und Pharisäer übersteigen müsse, sonst könnten sie nicht in das Himmelreich kommen (Matthäus 5:20). In der Bergpredigt sagt uns der Herr, dass es Grade von Rechtschaffenheit gibt und ein bestimmter Grad, mehr als der der Schriftgelehrten und Pharisäer, ist notwendig, um in den Himmel zu gelangen. Die Lehren über Rechtschaffenheit sind durch das Neue Testament hindurch einheitlich. Der Herr sagt uns sogar, wir sollen vollkommen sein wie unser Vater im Himmel vollkommen ist (Matthäus 5:48).

Rechtschaffen zu sein heißt, mit Gott in Übereinstimmung zu sein. Mit Gott in Übereinstimmung zu sein kommt dadurch, dass man sowohl die Gnade Christi annimmt, als auch seine Gebote hält, seinen Lehren folgt und den Willen des Vaters tut.

Jene die uns beschuldigen, uns „den Weg zum Himmel zu erarbeiten”, scheinen fast zu lehren, dass wir nicht unser Bestes tun sollten, um unserem Vater im Himmel zu dienen und seinem Sohn nachzufolgen. Wenn sie das wirklich lehren, dann sind sie grob in Disharmonie mit den Lehren von Jesus Christus. Viele lehren im wesentlichen, dass seinen Namen zu bekennen und zu sagen „Herr, Herr” ihnen den Eintritt ins Himmelreich verschafffen werde. Das sind keine neuzeitlichen Häresien. Der Herr hat, vielleicht als er unser Tage sah, jene gewarnt, die bloß seinen Namen bekennen, nicht ins Himmelreich gelangen werden, sondern nur, „wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.” (Matthäus 7:21)

Denken Sie daran, Christus mit seinen ausgestreckten Armen sagte nicht „glaubt an mich”, sondern er sagte „folgt mir”.

Eines der lebhaftesten Beispiele dafür, was der Herr von Rechtschaffenheit hält, findet sich in Matthäus 25. Hier trennt der Herr die Menschen der Völker in zwei Gruppen: die Schafe oder Rechtschaffenen zu seiner rechten und die Böcke oder Unrechtschaffenen zu seiner Linken. Beide Gruppen fragen, warum sie so zugeteilt werden, und der Herr antwortet, dass die Einteilung das Ergebnis dessen ist, wie sie die Bedürftigen, die Hungrigen, die Nackten, die Durstigen und die Kranken behandelt haben. Die Schafe, die Rechtschaffenen, wie sie in der Schriftstelle genannt werden, sorgten für die Bedürftigen. Zu ihnen spricht Jesus: „Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist.” (Matthäus 25:34)

Die Böcke auf der anderen Seite, sind verflucht „in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist!” (Matthäus 25:41). Das Beispiel ist so gefasst, dass klar zum Ausdruck kommt, welchen Wert es hat, rechtschaffen zu sein und dem Beispiel unseres Herrn Jesus Christus zu folgen: „Und sie [die Böcke] werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben.” (Matthäus 25:46) Beachten Sie, dass der Herr keine Ausnahme für jene machte, die Glauben an ihn bekannten. Ein Glaube an Christus hat nur für jene Wert, die den Willen des Vaters tun.


Petrus hat auch den Wert der Rechtschaffenheit anerkannt, als er sagte, die in jedem Volk, die Gott fürchten und „Rechtschaffenheit bewirken” würden vor Gott annehmbar sein (Apostelgeschichte 10:35). Der Apostel Paulus, den Gegener zehnmal häufiger als den Herrn zu zitieren scheinen, riet einmal: „Es darf doch euer wahres Gut nicht der Lästerung preisgegeben werden; denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, es ist Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist. (Römer 14:16-17)

Heilige der Letzten Tage müssen weiterhin überall die Früchte eines rechtschaffenen Lebens unterstützen. Wir müssen unsere „guten Werke” verteidigen, doch sollten wir auch anerkennen, dass wir letztendlich durch die Gnade Christi errettet werden, nach allem was wir tun können. Wir können uns weder selbst erretten noch uns den Weg in den Himmel erarbeiten. Unsere Werke wären wie Schlacke, wenn nicht das Sühnopfer Jesu Christi und seine erlösende Gnade wären.

verwendete Quellen

Steven R. Gibson, Schnelle Antworten auf Fragen von Antimormonen, deutsche Übersetzung erschienen bei LDS BOOKS, Bad Reichenhall, 2005, ISBN 3-934347-29-0

Fußnoten

keine


Zusätzliches Material

FAIRwiki Artikel

Wiki Artikel zur Gnade

FAIR Website

  • Gnade - ein Wort ohne Bedeutung? FAIR
  • FAIR Topical Guide:

Externe Links

  • David A. Bednar, „Mit der Kraft des Herrn”, Liahona, November 2004 Link
  • Bruce C. Hafen, „Das Sühnopfer – alles für alles”, Liahona, Mai 2004 Link
  • Dallin H. Oaks, „Sind Sie errettet?”, Liahona, May 1998, 55 Link
  • Thomas S. Monson, „Barmherzigkeit - das Geschenk Gottes”, der Stern Juli 1995 Link
  • Gene R. Cook, „Durch die Gnade des Herrn göttlichen Beistand erhalten” Generalkonferenz April 1993 Link
  • Theodore M Burton „Erlösung und Erhöhung” aus dem Stern April 1973 Link
  • Alma Sonne „Ein lebendiger Glaube”aus dem Stern Mai 1951 Link
  • Der Prophet Joseph Smith - Glaube an die Gnade Link
  • Enzyklopädie des Mormonismus - Gnade Link
  • Offizelle Website der Kirche - Gnade Link

Gedrucktes Material

  • Glaube, Werke und Gnade
In Lehren der Erlösung, Band II, von Joseph Fielding Smith, S. 291 - 296 ISBN 3-922834-07-8